„Mering blüht und summt“ geht weiter

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über die weltweiten Umweltzerstörungen und den Verlust an Artenvielfalt berichtet wird. Sei es der tropische Regenwald in Brasilien, seien es sterbende Korallen vor Australien oder der kranke Wald in Deutschland – man muss sich wirklich Sorgen um unseren schönen Planeten machen. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen – für mehr Artenvielfalt“ hat gezeigt, dass viele Menschen bei uns dies erkannt haben und die Verantwortlichen in der Politik dazu auffordern, etwas zu tun.

Natürlich kann die große Politik viel bewegen, aber wenn man etwas erreichen möchte, kann man am besten damit vor der eigenen Haustüre anfangen. Kommunen haben viel Handlungsspielraum, was die Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung betrifft. Darum ist es so wichtig, dass Bürgermeister, Verwaltungen und Gemeinderäte ein Verständnis dafür entwickeln, wie Naturschutz und Artenvielfalt in ihrer Gemeinde gefördert werden können.

Im Landkreis und in Mering hatte Dr. Wolfhard von Thienen einige Initiativen ergriffen, um hier einen Schritt weiter zu gehen. In Vorträgen über das Artensterben machte er auf das Problem aufmerksam und mit dem Biodiversitätstag auf Schloss Blumenthal, der bereits dreimal stattgefunden hat, kamen viele Akteure aus Naturschutz, Politik und Verwaltung zusammen, um sich auszutauschen. Auch Neubürgermeister Florian Mayer nahm an diesen Veranstaltungen teil und nahm gerne die Anregung auf, das notwendige Wissen in den Meringer Bauhof hineinzutragen.

Bei einem ersten Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Leiter des Bauhofes, Herrn Claudius Hirner und mir wurden einige wichtige Punkte angesprochen. So ging es darum, wie man am besten den Eichenprozessionsspinner in Zukunft behandeln sollte. Ein weiterer wichtiger Punkt waren die Grünflächen, die vom Bauhof gepflegt werden. Herr Hirner präsentierte eine detaillierte Karte aller Flächen und erklärte, was man auf diesen Flächen anpflanzt und wie sie gepflegt werden. Es wurde dann vereinbart, dass Herr Marcus Haseitl aus Bad Grönenbach einmal zu einem Beratungstermin vorbeischauen sollte. Herr Haseitl ist ein Pionier in der Schaffung von kommunalen Blühflächen und hat mit viel Geduld bereits viele Gemeinden davon überzeugt, mehr insektenfreundliche Blühflächen anzulegen.

Am Freitag, den 17. Juli war es dann soweit. Gemeinsam wurden die vom Bauhof bewirtschafteten Flächen begutachtet. Dabei wurde deutlich, dass bereits einige Schritte in die richtige Richtung gegangen wurden. So werden viele Flächen nur zweimal pro Jahr gemäht und das Grüngut abgetragen. Das trägt dazu bei, dass die Flächen magerer werden und dadurch mehr Artenvielfalt entsteht. Auch werden regionale Saatgutmischungen verwendet. Große Sorgen machen dem Bauhof die Beschwerden der Anwohner. Viele wollen eher „gepflegte“ Flächen und empfinden bunte Blühstreifen als unordentlich, andere wollen wiederum möglichst viele wilde Ecken zum Schutz von Hummel & Co. Marcus Haseitl empfiehlt, mit viel Geduld und kleinen Schritten vorzugehen. Hilfreich dabei sei es die Bevölkerung, Schulen, Kindergärten und Naturschutzgruppen einzubinden und gemeinsam Projekte umzusetzen. Dies konnte bereits erfolgreich am Meringer Stadtbiotop gezeigt werden. Dort wurde vor mehreren Jahren auf Initiative des Vereins eines Kinder- und jugendfreundliches Mering e.V. eine schützenswerte Fläche erhalten, die jedes Jahr mit seltenen Pflanzen erblüht. Der Bauhofleiter zeigte sich offen für weitere Vorschläge und sagte die Zusammenarbeit zu.

Unser Projekt „Mering blüht und summt“ kommt in Bewegung und ich freue mich sehr, dass Bürgermeister und Bauhof das unterstützen.

Presse

Friedberger Allgemeine Zeitung, 20.8.2020, Die Marktgemeinde will mehr Blühflächen schaffen

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